Ein Prosit der Gemütlichkeit

Es war am 17. Oktober 1810, als der Grundstein für das berühmteste Volksfest der Welt – das Oktoberfest auf der Münchner Theresienwiese – gelegt wurde. Damals nämlich hatte Prinzregent Ludwig von Bayern, der spätere König Ludwig I., gerade erst die Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen geheiratet. Um diesen Anlass gebührend zu feiern, wurde ein Pferderennen ausgerichtet, begleitet von einem großen Fest auf der damaligen „Wiese“. Bierzelte und Fahrgeschäfte suchte man damals auf der Fläche, die seither nach der Braut „Theresienwiese“ heißt, vergebens. Die Münchner Bürger waren trotzdem so begeistert von der Veranstaltung, dass schnell feststand, dass daraus eine Tradition entstehen sollte.

Ein Oktoberfest mitten im September

Seither findet das Oktoberfest auf dem 31 Hektar großen Festgelände alljährlich statt – es sei denn, Kriege, Cholerapandemien oder Corona verhindern die Ausrichtung. Seit 1810 ist die Wiesn bereits 26 Mal ausgefallen. Von den Anfangsjahren ist die moderne Version mit ihren Bierzelten, Karussells und Attraktionen, die jedes Jahr von 6 Millionen Gästen aus der ganzen Welt besucht werden, natürlich weit entfernt. Und auch eine andere Veränderung gab es im Laufe der Jahre: Während das erste Münchner Oktoberfest tatsächlich im Oktober stattfand, startet es heute bereits Mitte September. Das hängt unter anderem mit dem unbeständigen Wetter im bayerischen Voralpenland zusammen, das Anfang Oktober durchaus für frühe Schneestürme sorgen kann. Die Dauer des Volksfestes variiert zwischen 16 und 18 Tagen – abhängig davon, an welchem Wochentag der Tag der deutschen Einheit begangen wird. So dauert das 187. Münchner Oktoberfest im Jahr 2022 beispielsweise einen Tag länger als die sonst üblichen 16 Tage, weil der 3. Oktober auf einen Montag fällt.

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Ähnlich beliebt: das Cannstatter Volksfest

Doch längst ist die Münchner Wiesn nicht mehr das einzige Oktoberfest. Auf Platz zwei der bundes-, wenn nicht sogar weltweit größten Volksfeste rangiert das Cannstatter Volksfest, besser bekannt als „der Wasen“. Mit seinen vier Millionen Besuchern ist er fast genauso beliebt wie das Pendant in Bayern – und fast genauso alt: 1818 stiftete König Wilhelm I. in Zeiten politischer Wirren und wirtschaftlicher Schwäche das erste Mal ein Volksfest am Neckarufer – und zwar am 28. September, einen Tag nach seinem 36. Geburtstag. Damals war der Wasen in Bad Cannstatt noch eine feuchte Neckaraue zwischen Wiesen und Weinbergen.

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Volksfeste in ganz Deutschland und der Welt

Auf eine wesentlich jüngere Tradition blickt das Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz zurück, erfreut sich aber dennoch wachsender Beliebtheit. Bis 3. Oktober wird auch hier 2022 noch am Ufer des Bodensees in Dirndl und Tracht geschunkelt, gefeiert und gelacht. Viele andere deutsche Städte wie Berlin, Frankfurt oder Dortmund feiern Ende September ebenfalls Oktoberfeste gefeiert. Weltweit gelten das Oktoberfest im brasilianischen Blumenau, das Kitchener-Waterloo-Oktoberfest in Kanada oder das Qingdao Beer Festival in China als die beliebtesten Nachahmer des Münchner Originals. Auch, wenn letzteres bereits im August stattfindet. Dass ausgerechnet in diesen Städten im Herbst Bierzelte aufgestellt und Karussells gedreht werden, liegt an ihrer Historie: Deutsche Auswanderer brachten die Idee von Bier, Brezen und Blasmusik mit in ihre neue Heimat.

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  1. Das Lied „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ ist ein Klassiker der Münchner Wiesn und aller anderen Oktoberfeste. Es stammt aus der Feder des Chemnitzer Komponisten Bernhard Traugott Dietrich und wird seit 1898 gespielt.
  2. Auf dem Münchner Oktoberfest werden jährlich 6,5 Millionen Liter Bier getrunken. Das entspricht 153 Swimmingpools.
  3. Die Bedienungen in den Zelten tragen bis zu 18 Bierkrüge gleichzeitig – und damit ein Gewicht von 41,4 Kilo.

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