Vorlesegeschichte: Eine Seejungfrau im Zeppelin

Eine Bodensee-Geschichte nicht nur für Kinder. Zum Herunterladen:

Eine Geschichte inspiriert vom exklusiven Bodenseeliebe Design, welches Evelyn von luftabongkids für SEEStück entworfen hat!

Kennst du schon die kleine Seejungfrau Frieda? Sie sieht aus wie die Meerjungfrauen, die du vielleicht schon mal in einem deiner Bilderbücher gesehen hast. Sie hat einen Kopf und einen Oberkörper wie ein Menschenkind, aber anstelle von zwei Beinen hat sie eine Flosse. Das trifft sich gut, denn sie lebt im Wasser. Und zwar in einem ganz besonderen Wasser, nämlich im Bodensee. Deshalb ist sie eben keine Meer-, sondern eine Seejungfrau. Aber das hast du dir wahrscheinlich sowieso schon gedacht.

Frieda hat braune, lockige Haare, eine rote Schwanzflosse und ist wie die meisten Mädchen in ihrem Alter – sie ist 129 Jahre alt, also wirklich noch eine junge Seejungfrau – eine sehr nette kleine Dame. Sie schwimmt tagsüber im Überlinger See zwischen Bodman, Meersburg und Konstanz hin und her, und manchmal, wenn sie mit ihren Schwestern einen Ausflug unternimmt, auch bis nach Friedrichshafen oder sogar Bregenz. Nachts schläft sie in einer Unterwasserburg, die ziemlich genau so aussieht wie die Meersburg. Außer natürlich, dass sie auf dem Grund des Bodensees steht.

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Friedas bester Freund ist der Seepirat Konstantin, der auf einem großen Schiff vor den Pfahlbauten in Unteruhldingen lebt. Wenn du das nächste Mal dort bist, kannst du am Ufer nach ihm Ausschau halten! Konstantin sieht nicht so furchterregend aus, wie du dir einen Piraten vielleicht vorstellst. Er hat zwar einen Säbel, aber den benutzt er meistens nur, um Seegras zu kürzen, damit Frieda bequem bis ans Ufer schwimmen kann. Die beiden haben schon viele Abenteuer zusammen erlebt. Und von einem möchte ich dir heute erzählen.

Du kennst doch den Zeppelin, oder? Der immer hoch oben am Himmel über dem Bodensee zu sehen ist? Genau wie du gucken auch Frieda und Konstantin ihm immer zu, wie er seine Runden dreht. Und genau wie du haben die beiden davon geträumt, einmal mit ihm mitzufliegen. „Aber wie soll das denn gehen? Eine Seejungfrau kann doch nicht laufen und erst recht nicht in ein Luftschiff einsteigen!“, wirst du jetzt sagen. Und damit hast du natürlich vollkommen recht. Aber pass mal auf, was Konstantin sich hat einfallen lassen!

Als Frieda und er beschlossen hatten, einmal von oben einen Blick auf die Region zu werfen, bat er sie, nach Friedrichshafen ins Hafenbecken zu schwimmen. Gesagt, getan! Die kleine Seejungfrau schwamm erst an Hagnau und an Immenstaad vorbei, legte in Seemoos eine kurze Pause ein – denn das war eine ganz schön lange Strecke! – und erreichte schließlich den Hafen in Friedrichshafen. Hier wartete Konstantin bereits auf sie. Doch er war nicht allein. Er hatte seinen Vater, den Bodenseepiratenkapitän, und seine ganze Mannschaft mitgebracht. Denn er brauchte ihre Hilfe.

Und weißt du, was die Männer dabeihatten? Eine Badewanne! Sie tauchten die Wanne in den See, ließen Frieda hineinschwimmen und hoben sie hoch – mitsamt einer großen Menge Wasser. So stark waren sie! Vorsichtig, um nichts zu verschütten, trugen sie sie mit vereinten Kräften bis zum Zeppelin Hangar. So heißt die Garage, in der das Luftschiff parkt. Das war ganz schön weit und dauerte sehr lang. Doch sie hatten ja keine Eile. Der Zeppelin wartete bereits auf sie, als sie ankamen. Vorsichtig, ganz vorsichtig, schoben die Piraten die volle Badewanne mit Frieda in die Gondel, Konstantin stieg dazu und schon hoben sie ab. Endlich konnten Sie den Bodensee mit seinen vielen kleinen und großen Booten von oben sehen! Die Berge der Alpen und der riesige Säntis schienen ihnen auf einmal ganz nah zu sein. Und alle Häuser und Autos sahen nur noch aus wie Spielzeuge. Frieda und Konstantin blieb vor Staunen der Mund offen stehen. So wunderschön sah alles aus!

Viel zu schnell war der tolle Flug vorbei und sie landeten wieder. Die Piraten hatten neben dem Hangar gewartet und hoben die Badewanne heraus. „Na, wie war’s?“, fragte der Piraten-Papa. „Toll!“, rief Konstantin. „Der Wahnsinn!“, sagte Frieda. „Unbeschreiblich!“, jubelten sie beide. Während sie sich langsam zum Hafen bewegten, plapperten die Kinder in einem fort. Sooo aufregend war der Flug gewesen, sooo viele Dinge hatten sie gesehen. Als Frieda zurück im Wasser des Bodensees war, war sie ganz schön erschöpft. „Ich kann heute nicht mehr bis nach Meersburg schwimmen“, sagte sie, „was machen wir denn jetzt bloß?“. Doch Konstantin hatte bereits vorgesorgt: Das Schiff seines Vaters lag an diesem Abend vor der Hafeneinfahrt von Friedrichshafen. Das traf sich gut! Denn weil die beiden ja schon so lange befreundet waren, hatten die Piraten bereits vor Jahren für Frieda ein Unterwasserbett gebaut, das sich an das Schiff anhängen ließ, direkt neben einer kleinen Plattform, auf der Konstantin sein Lager aufschlagen konnte. Und das taten sie auch an diesem Abend. Glücklich und zufrieden kuschelten sie sich in ihre Betten und wollten eigentlich noch bis Mitternacht quatschen. Doch schon nach fünf Minuten waren sie beide eingeschlafen.

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